Hinter den Kulissen: Die Kontrolle der Piloten

Neueste Technologien ermöglichen faire Wettkampfbedingungen

Der Richter am Terminal

Wie in jeder Motorsportart spielt Fairness auch bei der Durchführung des Red Bull Air Race eine enorm wichtige Rolle. Das Kampfgericht sorgt dafür, dass sich die Piloten innerhalb der Regeln bewegen.

Zusammen mit Renndirektor und Head Judge bilden die Kampfrichter die Race Control. Dabei besitzt jeder eine andere Zuständigkeit. Der Renndirektor gibt den Piloten das Signal, damit diese sicher in den Track starten können und ist außerdem für die Kommunikation zuständig. Der Head Judge beobachtet die Piloten bei ihrem Flug durch die Rennstrecke und die Kampfrichter kontrollieren mit Hilfe des Judging Terminals jede Bewegung der Flugzeuge.

Und nicht nur die Rennflugzeuge sind mit der neuesten Technologie ausgestattet, auch die Bewertungsinstrumente gehören zum hochspezialisierten Equipment des Red Bull Air Race. Dieses wurde ursprünglich im Jahr 2014 entwickelt und unterliegt seither einer kontinuierlichen Weiterentwicklung.

Das Judging Panel, aktuell die dritte Generation, verwendet Informationen von Kameras, Lasern und Zeitmessungsequipment, mit denen den Kampfrichtern ein live Feedback zur Verfügung gestellt wird. "Das aktuelle Level des Equipments zu erreichen, hat viel abverlangt", erklärte Álvaro Paz Navas Modroño, Sport Technical Manager des Red Bull Air Race. "Im ersten Jahr haben wir mit Transpondern als Timing Backup gearbeitet, diese waren jedoch zu ungenau. Die Laser schaffen bis zu 100 Messungen pro Sekunde und die Kameras circa 10.000 Bilder pro Sekunde, das ist unser Hauptmesssystem. Außerdem haben wir neuerdings eine On-Board Position Reporting Unit, die mit den hochpräzisen Gate Trackers zusammenarbeitet."

Der Bildschirm zeigt den Kampfrichtern die Regelverstöße der Piloten an

Sollte der Pilot einen Fehler machen oder einen Regelverstoß begehen, werden mit Hilfe von Sensoren Bilder der potentiellen Fehlerquelle auf dem Judging Terminal angezeigt. Der Kampfrichter hat im Anschluss die Möglichkeit, diesen Regelverstoß zu bestätigen oder zurückzuweisen. Ein Beispiel: Wenn der Pilot ein Gate in einem falschen Winkel durchfliegt, wird das dem Kampfrichter angezeigt und er kann daraufhin vor- und zurückspulen, um zu sehen, ob tatsächlich ein Regelverstoß begangen wurde. Der Juror hat circa fünf Sekunden Zeit, um diese Entscheidung zu treffen. Wenn der Kampfrichter beschlossen hat, den Piloten zu bestrafen, bestätigt er den Regelverstoß, und Renndirektor sowie Head Judge werden darüber informiert. Der Pilot bekommt anschließend das akustische Signal, mit dem ihm der Regelverstoß mitgeteilt wird.

Dieses Bewertungssystem wurde in den letzten vier Jahren entwickelt und befindet sich in einem ständigen Entwicklungsprozess – die Juroren stehen im ständigen Austausch mit den Entwicklern, um die Benutzeroberfläche zu optimieren (z.B. Informationsbereitstellung, Text, Größe der Regler). Eine narrensichere Methode, um die Fairness im Track zu gewährleisten.