Die Saisonvorbereitung beim Air Race

Erfahre, was die Piloten vor dem Start der Saison 2018 machen

Sonka in der Vorbereitung für 2018

Schon bevor Yoshihide Muroya auf dem Indianapolis Motor Speedway zum Red Bull Air Race Weltmeister 2017 gekrönt wurde, haben die Teams Pläne geschmiedet, wie sie die kurze Saisonpause am Effektivsten nutzen können. Hier kommen einige Beispiele, wie sich die weltbesten Piloten auf 2018 vorbereiten...

Für Muroya begann die Saisonpause mit pausenlosen Interviews und Medienauftritten. Die Japaner konnten einfach nicht genug von ihrem ersten Weltmeister in dieser Sportart bekommen. Und auch Martin Sonka stand mit Platz zwei und seinem ersten Gesamtpodium im Rampenlicht: Ein Interview mit dem Tschechen ist die Titelstory in der Sonderausgabe des Forbes Life Magazins. Doch wenn sie nicht vor der Kamera stehen oder Autogramme geben, stecken beide gemeinsam mit ihren Teams in intensiven Vorbereitungen für das nächste Jahr.

Pete McLeod, der sich 2017 Platz drei im Gesamtklassement sicherte, genießt es wiederum, seine neugeborene Tochter Aria, die weniger als zwei Wochen vor dem Saisonfinale zur Welt kam, besser kennenzulernen. "Mit einem Neugeborenen Zuhause haben wir eine wunderbare Zeit mit der Familie, und wie gewöhnlich hat auch die Saisonvorbereitung kurz nach dem Finale begonnen. Es ging in Kanada direkt zurück an die Arbeit am Rennflugzeug", so McLeod.

Der Kanadier ist damit nicht allein: Die Arbeit am Rennflugzeug hat bei allen Teams begonnen.
François Le Vot erklärt unterdessen: "Für mich gibt es keine Saisonpause. Vor Indianapolis haben wir bereits geplant, dass wir das Rennflugzeug nach Frankreich bringen und an einigen Dingen arbeiten werden. So ist zum Beispiel unsere Motorhaube nicht so gut, daran wollen wir arbeiten, wenn wir die Zeit und Mittel haben."

Der andere französischer Pilot, Mikael Brageot, sagt wiederum: "Wir haben viele Pläne für das Flugzeug. Ich möchte, dass es eine Überraschung bleibt, aber wenn wir nächste Saison fliegen, werdet ihr es wahrscheinlich nicht bemerken!" Der Australier Matt Hall überlegt auch, das Aussehen seines Flugzeugs zu verändern. "Wir werden ein bisschen am Flugzeug arbeiten", erklärt der Pilot, der sich erst spät in der Saison zwei Podiumsplatzierungen sichern konnte. "Wir hoffen, dass wir ein bisschen schneller werden können, aber größtenteils konzentrieren wir uns darauf, da weiterzumachen, wo wir 2017 aufgehört haben."

Um so viel Zeit wie möglich zu haben, beschlossen viele Teams, direkt im Anschluss an Indy in Amerika an den Rennflugzeugen zu arbeiten. "Wir verbringen Zeit in den USA, um viele Modifikationen und Tests durchzuführen. Wir wollen 2018 bestmöglich vorbereitet sein und vorne mit dabei sein", so das tschechische Ass Petr Kopfstein.

Ähnliche Pläne hat auch der Chilene Cristian Bolton, der zusammen mit seinem Team an Modifikationen arbeitet und gleichzeitig sein Flugtraining in Südkalifornien absolviert. "Wir versuchen uns zu verbessern, damit wir uns steigern können und konkurrenzfähiger sind."


Nicolas Ivanoff aus Frankreich arbeitet ebenfalls an seinen technischen Projekten in den USA, und der fünffache Rennsieger hat eine ambitionierte Agenda. "Es liegt eine Menge Arbeit vor uns, da 2017 die bisher schlechteste Saison in zehn Jahren war. Wir werden uns kein neues Flugzeug zulegen, aber wir haben es nach Kalifornien gebracht, um einiges zu verändern. Ich möchte es auseinander nehmen und wieder zusammenbauen, sodass es so gut wie neu ist."

Natürlich ist es nach neun kräftezehrenden Monaten voller Reisen und Wettkämpfe für die Teams ebenso wichtig, dass sie ihre Batterien wieder aufladen. Und wie fast alle Piloten haben Spaniens Juan Velarde und Matthias Dolderer aus Deutschland einige Urlaubstage in ihren vollen Kalender eingebaut. Beide lieben es, nah beim Wasser zu sein. Velarde ist ein hervorragender Kitesurfer, und Dolderer verbrachte Zeit an den Stränden der amerikanischen Westküste. Sogar da schaffte er es, sein Bedürfnis nach Geschwindigkeit zu stillen. Der Weltmeister von 2016 erlebte in San Diego hautnah die Extreme Sailing Series auf einem Boot eines Red Bull Sailing Katamarans zusammen mit den Olympiasiegern Roman Hagara und Hans Peter Steinacher.


Die Saisonpause bietet den Piloten aber auch zusätzliche Gelegenheiten, sich mit ihren Fans auszutauschen. Und schon fast traditionell haben die Amerikaner Michael Goulian und Kirby Chambliss ihre Unterstützer getroffen. Nur zwei Wochen nach dem Rennen in Indianapolis trat Goulian in einer der besten Flugshows in Texas auf. Auch bei Chambliss stehen große Flugshows im Kalender, ebenso ein Event in seiner Heimat Arizona, bei dem Fans an einem Wochenende die Möglichkeit haben, das komplette Team in einem Windtunnel und beim Fallschirmspringen zu begleiten.


Was auch immer die Teams planen, eines steht fest: Die Saisonpause ist vollgepackt. Der Chilene Bolton fasst es vielleicht am besten zusammen: "Es ist keine lange Zeit, aber wir werden das bestmögliche aus der Saisonpause herausholen!"