Große Veränderungen bei Le Vot

Winglets, Vortex-Generatoren und ein neuer Taktiker sind nur einige Veränderungen im Team Le Vot

Siggi ist neu im Team von Le Vot

François Le Vot ist gleich mit mehreren Modifikationen am Budapester Flugplatz in Tökol angekommen – und diese betreffen nicht nur sein Rennflugzeug.

Er ist mit Winglets, Vortex-Generatoren, einer streng geheimen Modifikation und Hartmut Siegmann, auch bekannt als Siggi, seinem neuen Taktiker, im Gepäck angekommen. Die offensichtlichste Veränderung sind dabei die neuen Winglets. Sie sind größer als die meisten anderen, passen jedoch wunderbar zum Flugzeug. Und auch wenn er sie bisher noch nicht in der Rennstrecke testen konnte, hatte er bereits ein wenig Zeit, sie auszuprobieren.

"Wir haben die Winglets jetzt zehn Tage an diesem Flugzeug, aber die Idee hatten wir erstmals Ende vergangenen Jahres. Wir haben Zeit mit Entwicklern und Wissenschaftlern verbracht, um unser Design zu kreieren. Und dann mussten sie noch hergestellt werden. Das hat ungefähr sechs Monate gedauert", erklärt Le Vot. "Ich hatte gehofft, sie bereits in Cannes einsetzen zu können, aber sie waren nicht fertig. Und keine keine Winglets in Cannes bedeutete auch keine Winglets in Chiba, weil wir keine Zeit hatten, sie am Rennflugzeug zu montieren."

Genevation ist ein Hersteller für Kunstflugzeuge aus Ungarn. Le Vot arbeitet als Testpilot für ihre neuesten Flugzeuge, und im Gegenzug unterstützen sie Le Vot und haben angeboten, Winglets für ihn zu produzieren. Auch wenn sie nicht von ihnen entworfen wurden, waren sie für die Herstellung und die Installation verantwortlich. "Von Chiba haben wir unser Flugzeug nach Jakabszállás in Ungarn gebracht. Dort ist der Standort von Genevation, und wir waren vor Ort, um es in Empfang zu nehmen. Tobi [Odewald, der Team-Techniker] war da, um sie an das Flugzeug anzupassen. Das hat einige Tage gedauert, aber danach konnte ich mit ihnen fliegen. Was die Performance in der Rennstrecke angeht, kann ich jetzt aber noch nichts sagen – aber sie sollen mich schneller machen."

Zudem wurden an den Flügeln noch Vortex Generator installiert. Hinzu kommt etwas streng Geheimes, das Le Vot immer nur als seine 'Magic Magnets' bezeichnet. "Tobi hat ein riesiges Netzwerk von Leuten und hat mich mit Siggi zusammengebracht. Er war der Taktiker von Hannes [Arch]. Die Vortex-Generatoren waren Siggis Idee, er ist der Experte. Anscheinend kann er den Luftstrom sehen und er mag solche Dinge – vielleicht ein wenig zu sehr. Ich fliege nur das Flugzeug."

Der neue Spezialist mit großer Erfahrung

Siegmann ersetzt François Hanne als Team-Taktiker und bringt eine Menge Erfahrung mit. "Ich habe mit Hannes Arch etwa ein Jahr bis zu seinem Tod zusammengearbeitet."

Abseits des Red Bull Air Race ist Siegmann ein Luftraumingenieur und arbeitet beruflich an Eurofightern. "Wenn es um meine Hobbys geht: Ich bin ein Spezialist für Modellflugzeuge. Ich habe über 100 Modelle gebaut, und diese Maschinen ähneln den Rennflugzeugen sehr. Es gibt nur eine kleine Menge an Maschinen und ein paar Prototypen, also musst man Dinge entwickeln und verändern. In der Vergangenheit habe ich das in Weltcups für Modellflugzeuge gemacht, ich habe also viel Erfahrung damit."

Le Vot erwarb zudem das Rennflugzeug von Arch im Laufe der Saison 2017, dementsprechend ist Siegmann vertraut mit diesem Rennflugzeug. "Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich an der gleichen Maschine arbeite. Wir hatten viele Entwicklungen in der Hinterhand. Es ist recht einfach für mich, weil ich viel über die Details und die Daten der Maschine weiß."

Als Siegmann gerade dabei war, uns mehr über die bereits vorgenommen und geplanten Veränderungen zu erzählen, trat Tobi in den Hangar und sagte Siegmann, dass er nicht zu viel verraten solle: "Hör auf, ihnen unsere Geheimnisse zu erzählen, ich habe ihnen bereits gesagt, dass sie sie noch erfahren werden!"

Siegmann führte fort: "Ich bin wirklich froh, hier zu sein. Es war in der Vergangenheit eine tolle Zeit. Ich liebe die familiäre Atmosphäre zwischen den ganzen Teams – die meisten kenne ich noch von vor zwei Jahren."

Siegmanns Job ist zweigeteilt. Er wird an der Aerodynamik arbeiten und an der Taktik feilen. "Mein Ziel ist es, die Aerodynamik zu verbessern, alle Parts zu überprüfen und zu gucken, wie wir alles zusammensetzen können, damit es perfekt funktioniert. Der andere Teil ist die Renntaktik. Das funktioniert nur zusammen – ich werde die Strecke analysieren und überprüfen, wie wir das Rennflugzeug nutzen können. Und ich werde es an den Flugstil von François anpassen und leistungsfähiger machen. Wir versuchen also, die Maschine an die Art wie er fliegt anzupassen, damit er in der Strecke nicht zu viele Korrekturen vornehmen muss. So wird er am Ende hoffentlich geschmeidiger und schneller sein."

Le Vot erhält morgen beim ersten Freien Training die Chance, all seine Modifikationen zu testen. Erlebe die komplette Action HIER.