Geschichte

Alles, was du über die Geschichte der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft wissen musst!

In den zehn Jahren seit ihrer offiziellen Gründung ist die Red Bull Air Race Weltmeisterschaft weltweit als die schnellste und aufregendste Motorsport-Rennserie des Planeten bekannt geworden. Entwickelt aus dem Geist und der Philosophie von Red Bull Sports, hatte man sich ursprünglich zum Ziel gesetzt, die fortschrittlichste Flugsport-Rennveranstaltung der Welt zu erschaffen. Eine Dekade später weiß man: Diese anfänglichen Ziele wurden sogar weit übertroffen.

Die Red Bull Air Race Weltmeisterschaft entwickelte sich schnell zu einem einzigartigen visuellen Spektakel. Die Kombination von Hochgeschwindigkeit, Tiefflug und der extremen Manövrierfähigkeit der Rennflugzeuge macht den Sport noch heute zu einer großen Herausforderung, der sich nur die außergewöhnlichsten Piloten der Welt stellen können.

Die speziell entwickelten Flug-Rennstrecken, die beim Air Race durchflogen werden, sind das Resultat von langer Forschung und vielen Tests. Die einzigartigen aufblasbaren Pylone, welche die Air Gates formen, wurden zum ersten Mal im Jahre 2002 designt und dann jedes Jahr weiterentwickelt. Sie sind im Falle eines möglichen Aufpralls robust und sicher. Außerdem können sie innerhalb weniger Minuten wieder repariert und neu aufgeblasen werden.

DIE CHRONIK

2005

In der ersten vollständigen Saison traten zehn ausgewählte Piloten in sieben Rennen auf der ganzen Welt an, darunter Stopps in Großbritannien, den USA und Europa. Die dominante Kraft im Jahr 2005 war Mike Mangold, ein ehemaliger Kampfpilot der US Air Force, der fünf von sieben Rennen gewann. Mangold holte 36 Weltmeisterschaftspunkte und verwies den Ungarn Peter Besenyei mit 32 Punkten auf den zweiten Platz. Dritter wurde Kirby Chambliss mit 21 Punkten.

2006

2006 trat das Red Bull Air Race mit elf Piloten und acht Rennen an. In diesem Jahr war Kirby Chambliss der Pilot, der in einer eigenen Liga flog. Er gewann die Hälfte aller Rennen und holte sich mit 38 Punkten die Weltmeisterschaft, während Peter Besenyei mit 35 Punkten wieder nur der zweite Platz blieb. Mangold landete mit 30 Punkten auf Platz drei.

2007

2007 wurde die Red Bull Air Race Weltmeisterschaft auf insgesamt zehn Rennen und 13 Piloten ausgedehnt. Zum ersten Mal wurde dabei mit dem Rennen in Rio de Janeiro auch ein Air Race in Südamerika ausgetragen. Mit Sergey Rakhmanin und dem Österreicher Hannes Arch nahmen zwei Newcomer an der bis dato spannendsten Saison teil. In einem packenden WM-Kampf zwischen Mangold und Paul Bonhomme, die beide jeweils drei Rennen gewannen, kamen beide Piloten am Ende auf 47 Punkte. Mangold holte sich am Ende dank des Tie-Breakers den Titel. Peter Besenyei blieb dieses Mal mit 31 Punkten nur Platz drei.

2008

Acht Rennen und insgesamt zwölf Piloten bot die Saison 2008. In seiner erst zweiten Saison krönte sich der Österreicher Hannes Arch dabei als erster Europäer zum Weltmeister. Nach der bitteren Niederlage von 2007 war Paul Bonhomme zunächst auf Wiedergutmachung aus und dominierte die erste Hälfte der Saison mit drei Siegen. In der zweiten Saisonhälfte der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft 2008 hatte der Brite aber zu kämpfen. Hannes Arch gewann zwar "nur" zwei Rennen – in Budapest und Porto –, stand aber in sieben von neun Rennen auf dem Podium und hatte so am Ende 61 WM-Punkte gesammelt. Bonhomme blieb mit 54 Punkten nur der zweite Platz vor Kirby Chambliss, der 46 Punkte holte.

2009

Ganze vier Neulinge nahm die Red Bull Air Race Weltmeisterschaft 2009 auf und wies nun ein Teilnehmerfeld von 15 Piloten auf. Mit Yoshi Muroya startete erstmals ein Asiate, mit Matt Hall erstmals ein Australier. Auch der Kanadier Pete McLeod und der Deutsche Matthias Dolderer vertraten erstmals ihre jeweiligen Heimatländer.

In dieser Saison war es Arch, der stark startete und sich früh die Führung in der Gesamtwertung sicherte. Diese hielt der Österreicher bis zum vierten Rennen. Dann übertraf ihn jedoch Paul Bonhomme, der insgesamt drei Siege holte und sich so in der bis dahin umkämpftesten Saison der Geschichte erstmals zum Weltmeister kürte. Acht von 15 Piloten erreichten mindestens einmal das Podium, elf Piloten gelang zumindest der Einzug in die Top Five.

2010

Die Saison 2010 war die von Paul Bonhomme. Der Brite verteidigte seinen WM-Titel und zog dadurch mit dem zweimaligen Weltmeister Mike Mangold gleich. Jedes der sechs Rennen beendete Bonhomme mindestens in den Top Drei, zweimal holte er den Sieg. Die anderen vier Rennen gewann allesamt Hannes Arch. Doch der Österreicher verlor beim letzten Rennen der Saison in Abu Dhabi den Titel durch einen elften Platz an Bonhomme. Peter Besenyei wurde Zweiter, Nigel Lamb landete auf dem dritten Rang.

2014

Nach einer dreijährigen Pause zeigte sich die Red Bull Air Race Weltmeisterschaft 2014 besser als je zuvor. In diesem Jahr wurden viele Verbesserungen hinsichtlich Technik und Sicherheit vorgenommen. Dazu gehören standardisierte Motoren und Propeller für alle Piloten sowie die Änderung von Material und Höhe der Pylone. Auch der Modus und die Regeln wurden an die neue Weltmeisterschaft angepasst.

Was gleich blieb: Wieder gingen zwölf Elite-Piloten an den Start und suchten die Herausforderung, unter ihnen Titelverteidiger Paul Bonhomme, sein ewiger Rivale Hannes Arch und der Deutsche Matthias Dolderer.

Eine weitere Ergänzung in der Saison 2014 war der Challenger Cup, der seitdem ein spannendes und neues Element in die Red Bull Air Race Weltmeisterschaft bringt. Der Challenger Cup soll junge Piloten auf die Master Class vorbereiten. Die Challenger-Cup-Rennen finden am Ort der Hauptveranstaltung statt und sind damit Teil des Rennwochenendes. Sie geben den neuen Piloten die Chance, wichtige Erfahrungen zu sammeln und sich auf eventuelle zukünftige Duelle gegen die Master-Class-Piloten vorzubereiten.

Mit acht Rennen in sieben Ländern und drei Kontinenten garantierte auch die Saison 2014 Drama und Spektakel pur. Am Ende holte erstmals der Brite Nigel Lamb den Titel. Mit 62 Punkten siegte er vor Hannes Arch (AUT) mit 53 und Paul Bonhomme (GBR) mit 51 Punkten.

2015

Die Saison 2015 war bestimmt vom packenden Zweikampf um den WM-Titel zwischen dem Briten Bonhomme und dem Australier Hall. Bonhomme startete furios in die Saison, flog beim Auftaktrennen in Abu Dhabi zu seinem 16. Sieg in seiner Karriere. Es folgte das erste Red Bull Air Race überhaupt in Japan, wo die Piloten vor 120.000 Zuschauern um die WM-Punkte flogen. Beim dritten Stopp in Rovinj gelang Hannes Arch ein Last-Minute-Sieg, während der tschechische Pilot Sonka erstmals auf dem Podium stand. Das Duell Hall gegen Bonhomme setzte sich Mitte der Saison fort, als Hall in Spielberg seinen ersten Sieg unter Dach und Fach brachte. In Österreich sahen die Zuschauer auch das lang ersehnte Comeback von Kirby Chambliss, der zum ersten Mal seit 2010 wieder auf das Siegerpodest fliegen konnte.

Beim spektakulären Finale in Las Vegas machte Bonhomme dann seinen dritten WM-Titel perfekt. Es war zugleich auch das bittersüße Ende der Saison für die Red Bull Air Race Legende Peter Besenyei, der nach zehn Saisons mit acht Rennerfolgen und einem WM-Titel seinen Rücktritt bekanntgegeben hatte. Später beendete auch Bonhomme als erfolgreichster Pilot in der Geschichte des Red Bull Air Race seine Karriere.

In der Challenger Class gingen mit Florian Berger und Francis Barros zwei neue Piloten an den Start, die auf Mikael Brageot, Peter Kopfstein, Daniel Ryfa, Cristian Bolton und Peter Podlunsek trafen. Am Ende sicherte sich Kopfstein in Las Vegas den Titel im Challenger Cup, der nun an der Seite des Slowenen Peter Podlunsek 2016 in der Master Class an den Start gehen wird.

2016

Das Jahr 2016 wird in die Geschichtsbücher eingehen. Matthias Dolderer war nicht nur der erste deutsche Red Bull Air Race Weltmeister überhaupt, er war zugleich auch der erste Pilot in der Geschichte des Sports, der den WM-Titel bereits vor dem Saisonfinale perfekt machen konnte!

Florian Bergér sicherte sich den Sieg im Challenger Cup und machte damit das deutsche Double perfekt. Mit Petr Kopfstein aus der Tschechischen Republik und dem Slowenen Peter Podlunsek gaben zwei ehemalige Challenger Class Piloten ihr Debüt in der Master Class.

Der ikonische Indianapolis Motor Speedway war zudem erstmals in der Geschichte des Sports Austragungsstätte eines Red Bull Air Race. Mit dem finalen Rennen der Saison 2016 in Las Vegas beendete der frühere Weltmeister Nigel Lamb nach 64 Rennen seine Karriere.