Die Trackanalyse von Chiba

Was erwartet die Piloten in Japan

Der Track von Chiba

Während sich die Piloten auf das Rennen am Wochenende vorbereiten, haben wir mit dem Streckenanalyst des Red Bull Air Race gesprochen, der mit uns seine Meinung zur anspruchsvollen Strecke in Japan geteilt hat.

Es ist bereits das dritte Jahr in Folge, in dem die Piloten über dem Wasser der Makuhari Bay fliegen werden, und der lange und enge Track mit zwei hohen G-Wenden ist als Sprintstrecke bekannt.

2017 besteht die Strecke aus insgesamt 13 Gates und jedes – abgesehen von Gate 7, der zweiten hohen G-Wende –muss zweimal durchquert werden. Es gibt nur einen Single-Pylon direkt vor dem ersten vertikalen Wendemanöver. Da es keine Schikane vor dem "VTM" gibt, wird das Rennflugzeug auch nicht viel an Geschwindigkeit verlieren, bevor es in die hohe G-Wende geht. Aus diesem Grund ist das Risiko für ein Over-G an Gate 3 besonders hoch. "Die Piloten haben zwei Optionen, wenn sie Gate 3 passieren", erklärt der Streckenanalyst des Red Bull Air Race. "Die erste Option für den Piloten ist es, geradewegs auf Gate 3 zuzufliegen. Das ist sehr riskant und schwierig (besonders nach dem VTM), da der Winkel sehr wenig Platz zwischen den Pylonen lässt, um diese zu passieren, aber es ist die schnellere Variante. Bei der zweiten Option müsste der Pilot zur Vorbereitung eine Wende vor Gate 3 fliegen. Das würde das Risiko auf einen Pylonentreffer reduzieren, aber es ist auch die langsamere Variante."

Auch an Gate 7, der zweiten hohen G-Wende, haben die Piloten verschiedene Möglichkeiten: "Die erste Option ist die langsamere Variante. Der Pilot fliegt gerade zum Gate 7. Der Winkel ist dann aber suboptimal, um die flache Wende direkt nach dem Gate zu fliegen. Außerdem ist es auch der engere Winkel, wodurch sich das Risiko auf einen Pylonentreffer erhöht", so der Analyst. "Die zweite Möglichkeit ist die schnellere. Der Pilot muss vor dem Gate eine Wende zur Vorbereitung fliegen. Das ist nicht nur schneller, sondern gibt ihm auch den perfekten Winkel für die flache Wende."

Chiba ist eine einzigartige Strecke, da die Piloten unterschiedliche Linien im Track fliegen. Außerdem verändert sich zusätzlich der Streckenablauf in den Runden. Wenn Gate 4 zum ersten Mal passiert wird, müssen die Piloten direkt zur Schikane fliegen. Wenn das Gate erneut durchquert wird, müssen die Piloten mit einer Rechtswende Richtung Ziel-Gate einlenken. Zu diesem Zeitpunkt müssen die Piloten total fokussiert sein. "Wenn die Piloten die Schikane zum zweiten Mal passieren, werden sie Gate 4/12 direkt vor sich sehen, aber sie müssen eine scharfe Linkswende fliegen, um zu Gate 10 zu kommen. Diese Situation verlangt perfektes mentales Training", erklärt der Rennanalyst.

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