Bonhommes Fazit: Teil II

Paul Bonhomme nimmt die Top-Finisher von Abu Dhabi ins Visier

Mit 19 Rennsiegen und drei Weltmeistertiteln weiß Paul Bonhomme genau, was die Piloten durchmachen und wie sie sich noch verbessern können. Im ersten Teil dieser Serie lag sein Hauptaugenmerk auf den Positionen 14 bis 8 von Abu Dhabi. Jetzt blickt er auf die obere Hälfte der Ergebnisliste...

7. Mika Brageot
Mika flog gut im Qualifying und setzte sich mit seinem fünften Platz im ersten Lauf am Race Day gegen Matthias Dolderer durch. Beide waren die Testpersonen für die ungewöhnlichen Windverhältnisse. Normalerweise weht mittags eine Meeresbrise und der Wind kommt aus dem Nordwesten, aber zum ersten Mal seit ich mich erinnern kann, kam der Wind am Race Day aus dem Südosten. Beide empfanden den Rückenwind am Gate 7/14 als Herausforderung, aber Mika setzte sich mit nur acht Zehntelsekunden Vorsprung durch. In der Round of 8 musste er dann aber mit einer Rauchstrafe von einer Sekunde und einem Over G an Gate 3 (eine weitere Sekunde) gleich zwei Rückschläge in Kauf nehmen. Ohne diese Strafen hätte er Goulian bezwingen und es bis ins Final 4 geschafft.

6. Juan Velarde
Ich denke, Juan sollte mit seinem sechsten Platz im ersten Rennen des Jahres zufrieden sein. Ich weiß, dass er ein Perfektionist ist, deshalb vermute ich, dass er es vielleicht nicht so sieht. Sein Flug im ersten Quali-Lauf war fehlerfrei, und abgesehen von einer Strafe für Incorrect Level an Gate 14 war der zweite Lauf ebenfalls hervorragend. Am Race Day schaffte er es locker in die Round of 8, doch kassierte dann eine Strafe für Incorrect Level gegen einen Muroya in Bestform. Das war der Wendepunkt für den Tag, denn ohne diese unnötige Strafe wäre er mit der schnellsten Zeit ins Final 4 eingezogen.

5. Matt Hall
Das war nicht der Start, den wir von dem australischen Team erwartet hatten. Die Ergebnisse aus dem Freien Training ließen bereits auf den wenig überzeugenden Sieg in der Round of 14 und den weniger guten Lauf in der Round of 8 gegen Martin Sonka schließen. Jetzt müssen sie sich mit Motorproblemen auseinandersetzen, die immer ungelegen sind, besonders aber beim Saisonauftakt sind. Sie werden sich davon aber wieder erholen, und mit einem voll funktionsfähigen Motor werden die Aussies auch wieder an Geschwindigkeit zulegen. Das zweite Rennen kann kommen.

4. Nicolas Ivanoff
Es war eine emotionale Achterbahnfahrt. Letzter im Qualifying und besiegt in der Round of 14. Sollte eigentlich heißen, dass es schon früh an der Zeit ist, nach Hause zu gehen... Aber die Tatsache, dass Nico auch gegen Yoshi Muroya nicht aufgab, bedeutete, dass seine R14-Zeit ausreichte, um als schnellster Verlierer in die Round of 8 einzuziehen. Tatsächlich lautet die Lehre für alle Air Race Piloten: "Vermeide Strafen!" Nico war der einzige Zweitplatzierte in der Round of 14, der keinen Fehler gemacht hat, und somit schaffte er es als schnellster Verlierer in die nächste Runde. Dann wiederholte er seine Taktik gegen Chambliss, der einen Fehler machte, und das brachte den Franzosen direkt ins Final 4. Hier hat sich das Blatt wieder gewendet: Seine Kraftstoffpumpe versagte, er konnte nicht starten konnte. Sehr frustrierend.....

3. Michael Goulian
Ein toller Jahresauftakt für das Team Goulian. Und wieder ein großartiges Beispiel dafür, dass man nicht rasant schnell, sondern einfach nur sauber fliegen muss. Auch wenn Mike schnell war, waren es Beständigkeit und straffreies Fliegen, was ihn ins Final 4 brachte. Als Dritter lag er lediglich zwei Zehntelsekunden hinter der Siegerzeit, umgerechnet nur etwa 20 Meter. Es ging sehr eng her zwischen den Piloten auf dem Podium. Das sollte für Spannung im nächsten Rennen sorgen...

2. Martin Sonka
Abgesehen von einer Strafsekunde für ein Over-G in der Round of 8 (die jedoch den Sieg in seinem Heat nicht beeinträchtigte) war dies ein fehlerfreies Wochenende für den tschechischen Piloten. Am Ende verlor er gegen Muroya mit der Winzigkeit von drei Tausendstelsekunden. Das sind ca. 30 cm! die Breite deines Laptops. Es kann nicht viel enger sein. Ich glaube, dass in dieser Saison am Ende derjenige die Nase vorne hat, der die wenigsten Fehler macht.

1. Yoshihide Muroya
Die Saison startete mit einem neuen Punktesystem: drei Punkte für den Sieg im Qualifying und 25 Punkte für den Rennsieger. Man würde meinen, dass das niemand im ersten Rennen der Saison gelingen würde. Aber falsch gedacht… Denn hier kommt Yoshi Muroya ins Spiel! Und wie wir bereits erfahren konnten, kommt es allen voran auf Konstanz an. Er und sein Team fanden definitiv die richtige Linie und hielten daran fest. In den letzten sieben Flugsessions, einschließlich des Finals 4, lagen die Zeiten vom Team Muroya innerhalb von nur einer Sekunde. Das ist beeindruckend, insbesondere, wenn man die Veränderungen des Winds, die Temperatur und vor allem die menschlichen Faktoren berücksichtigt. Achtung, Yoshi ist wieder da!

Ähnliche Artikel
Weitere Piloten
Master Class Master Class

Yoshihide
Muroya

 Japan JPN
Aktuelles Ranking Ranking
3
Rennsiege in diesem Jahr Rennsiege
2
Absolvierte Saisons Saisons
7
Platzierung im vergangenen Jahr Platzierung im vergangenen Jahr
5
Master Class Master Class

Martin
Sonka

 Czechia CZE
Aktuelles Ranking Ranking
1
Rennsiege in diesem Jahr Rennsiege
0
Absolvierte Saisons Saisons
6
Platzierung im vergangenen Jahr Platzierung im vergangenen Jahr
1
Master Class Master Class

Matt
Hall

 Australia AUS
Aktuelles Ranking Ranking
2
Rennsiege in diesem Jahr Rennsiege
1
Absolvierte Saisons Saisons
7
Platzierung im vergangenen Jahr Platzierung im vergangenen Jahr
2
Master Class Master Class

Nicolas
Ivanoff

 France FRA
Aktuelles Ranking Ranking
6
Rennsiege in diesem Jahr Rennsiege
0
Absolvierte Saisons Saisons
12
Platzierung im vergangenen Jahr Platzierung im vergangenen Jahr
10