Challenger Class 2019 Saison-Rückblick

Mit vier Stopps, sechs Rennen und zwölf hochklassigen Piloten war die Challenger Class in der letzten Saison gespickt mit viel Nervenkitzel.

Schon vor Saisonbeginn war die Begeisterung über die Nachwuchsklasse des Red Bull Air Race mit der Ankündigung von drei neuen Piloten groß: Sammy Mason aus den USA, Patrick Strasser aus Österreich und Vito Wyprächtiger aus der Schweiz komplettierten die Rennkategorie. Jeder der insgesamt zwölf Piloten flog in der Saison 2019 drei Rennen. Durch eine Änderung des Wettkampfformats wurde in dieser Saison kein Challenger-Cup für den Gesamtsieger mehr vergeben, sondern es wurde sich lediglich auf den Kampf um das Podium bei den einzelnen Rennen konzentriert.

Abu Dhabi
Beim Saisonauftakt im Februar waren alle Augen auf den US-Piloten Mason gerichtet. Der Neuankömmling war gerade 25 Jahre alt geworden und damit der jüngste Pilot, der jemals am Red Bull Air Race teilgenommen hat. „Als ich das erste Mal durch die Strecke geflogen bin und gelandet bin, hatte ich Gänsehaut – das war ein großartiger Moment“, sagte Mason. „Ich arbeite seit zehn Jahren daran, also ist es schön, hier zu sein.“

Der Amerikaner wurde am Ende Vierter, aber es war der deutsche Florian Bergér – der einzige Pilot, der bisher mehrfach den Challenger Cup gewann – der den Auftakt dominierte und in jeder Session die Rankings anführte. Mélanie Astles aus Frankreich beendete mit ihrem zweiten Platz ihre seit 2018 anhaltende Dürrezeit auf dem Podium.

Kazan
Der nächste Halt war Kazan in Russland mit einem von zwei Doppelevents im Kalender der Challenger Class. Diesmal stand Strasser mit seinem Jungfernflug im Mittelpunkt. „Es war großartig. Bisher bin ich nur auf einer Trainingsstrecke geflogen. Das ist für mich völlig neu, und es war absolut fantastisch. Besonders in Kazan über den Fluss zu fliegen, war hervorragend“, sagte der Österreicher.

Was die Ergebnisse anbelangt, so erwischte Kenny Chiang aus Hongkong einen brillanten Tag und gewann das Eröffnungsrennen, obwohl er sich die Ausrüstung von einem Master Class-Piloten ausleihen musste, weil sein Gepäck verspätet ankam. Mason brachte wiederum alle zum Staunen, als er sich den zweiten Platz und damit seine erste Podiumsplatzierung unter den Nagel riss. Im zweiten Rennen von Kazan kehrte Abu Dhabi-Sieger Bergér auf die Strecke zurück, setzte seine Erfolgsgeschichte fort und verwies mit nur 0,065 Sekunden Vorsprung den Südafrikaner Patrick Davidson auf Rang zwei.

Lake Balaton
Die vorletzte Station des Jahres 2019 war zugleich das nächste Doppelevent in der Challenger Class und das erste Rennen überhaupt am Balaton in Ungarn. Wind und Wetter erwiesen sich über dem "Ungarischen Meer" jedoch als schwierig. Das hinderte den Schweizer Wyprächtiger jedoch nicht daran, sein Debüt zu genießen: „Es war cool. Es war sehr windig und wirklich, wirklich holprig, aber es hat viel Spaß gemacht.“

Im Eröffnungsrennen des Wochenendes mit 100.000 Zuschauern schrieb Dario Costa als erster siegreicher Italiener Geschichte, während Daniel Ryfa aus Schweden den zweiten Platz belegte. „Das war so viel Arbeit“, sagte der begeisterte Costa. „Ich sage mir immer wieder, dass Talent nicht existiert, es zählt einzig die Arbeit, und so ist es auch.“ Am nächsten Tag wurde im Challenger Cup Rennen 2 am Balaton der Spieß umgedreht, als der Italiener und der Schwede ihr letztes Rennen flogen. Costa beendete das Rennen auf dem zweiten Platz, und Ryfa schnappte sich einen neuen Rekord, weil er der einzige Pilot der Challenger Class wurde, dem es gelang drei Siege in der „Heimat“ des Sports, Ungarn, zu erzielen. „Es ist der coolste Motorsport aller Zeiten auf diesem Planeten. Es wird nichts dergleichen mehr geben, und ich werde es sicher vermissen. Ich bin aber auch sehr glücklich und überwältigt“, sagte Ryfa.

Chiba
Im September flog die Challenger Class beim Saisonfinale in Chiba ein letztes Mal. Und Bergér beendete das Jahr genauso, wie er es begonnen hatte – mit einem Sieg, und auch diesmal führte er jedes Ranking am Rennwochenende an. Aufgrund einer Schlechtwettervorhersage für Sonntag wurde das Rennen in der Challenger Class abgesagt und das Ergebnis des Qualifyings, das Bergér mit 1,761 Minuten Vorsprung vor dem US-Helden Kevin Coleman gewonnen hatte, als Rennergebnis zur Hand genommen.

“Ich bin enttäuscht, dass es morgen hier kein Rennen der Challenger Class gibt. Aber auf der anderen Seite bin ich super glücklich. Ich habe alle drei Rennen gewonnen, an denen ich teilgenommen habe“, so der Deutsche, dessen Sieg ihn mit insgesamt neun Rennsiegen zum erfolgreichsten Teilnehmer in dieser Kategorie machte. „Ich bin sehr glücklich, hier gewesen zu sein, die anderen Piloten getroffen und mit ihnen geflogen zu sein. Der Sieg on top ist wirklich cool.“

 

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