Die Class Of ’09 mit Auszeichnung

Die vier Piloten, die im gleichen Jahr zur Serie stießen, hinterließen eindrucksvolle Spuren in der Weltmeisterschaft

Zu Beginn der Red Bull Air Race Saison 2009, stießen vier frische Gesichter, allesamt mit viel Kunstflug-Erfahrung, darunter auch ein ehemaliger Wing Commander der RAAF (Royal Australian Air Force), zur Serie. Die vier Piloten waren: Pete McLeod, Yoshihide Muroya und Matthias Dolderer – und sie alle eroberten sie Serie im Sturm.

In den acht Jahren, in denen dieses Quartett an den Start ging, sammelte es insgesamt drei WM-Titel, 19 Rennsiege und 64 Podiumsplätze. Eine unglaubliche Bilanz…

Der Australier Matt Hall sorgte als erster Pilot für Furore. Er wurde jeweils Fünfter bei seinen ersten beiden Rennen und stand in seinem erste fünften Rennen überhaupt bereits auf dem Podium, wurde Dritter in Porto. Schon von Beginn war sein Markenzeichen die Konstanz, und die bescherte ihm auch Platz drei in Gesamtklassement in seiner Debütsaison – kein anderer Debütant platzierte sich jemals so gut in seiner ersten Saison.

Auch der Deutsche Matthias Dolderer schlug schnell Wellen, schaffte es auch auf Anhieb auf das Podium bei einem Rennen (Dritter beim Saisonfinale in Barcelona). Kein anderer Pilot schaffte es in der Geschichte der Serie so schnell auf das Podium wie Hall (5. Rennen) und Dolderer (6. Rennen).

2010 folgte eine eher unauffällige des Quartetts mit zwei weiteren Podestplätzen für Hall. Sie allesamt lernten so langsam ihr Handwerk und verbesserten sich stetig. So verbesserte sich McLeod von Platz 15 auf Platz fünf. Schon jetzt war klar, dass man diese Piloten im Auge behalten musste.

Als die Serie 2014 zurückkehrte ließ McLeod direkt aufhorchen, schnappe sich beim Auftaktrennen in Abu Dhabi im Qualifying die Spitzenposition und machte mit Platz drei Rennen seine erste Podiumsplatzierung perfekt. Yoshihide Muroya übernahm den Staffelstab im zweiten Rennen mit seiner ersten Podiumsplatzierung und ließ einen dritten Rang in Rovinj folgen. Insbesondere McLeod wird sich an die Saison 2014 noch gut erinnern. Er wurde der erste Pilot der Class of ’09, dem es gelang, ein Rennen zu gewinnen. Beim vorletzten Rennen in Las Vegas gewann der Kanadier das Qualifying, und weil das Rennen aufgrund heftiger Winde gecancelt  wurde, erhielt McLeod die Siegertrophäe. Im Gesamtklassement wurde er Fünfter.

Die Class of '09 beim Start in ihre Debütsaison

Zu Beginn der Saison 2015 sah alles nach einem Zweikampf zwischen Paul Bonhomme und Hannes Arch aus. Aber auf der Rechnung fehlte Hall. Beim Saisonauftakt verpasste er den Sieg nur denkbar knapp, unterlag Bonhomme mit 0,084 Sekunden Rückstand. Es war der Auftakt eines langen Duells zwischen dem Briten und dem Aussie. Hall beendete sieben von acht Rennen auf dem Podium, darunter waren zwei Rennsiege, wurde aber auf den letzten Metern noch vom erfahrenen Briten geschlagen.

2016 war das Jahr von Dolderer. Der deutsche Pilot wurde schon lange als zukünftiger Weltmeister bezeichnet, jetzt wurde er seinem Ruf gerecht. Dolderer startete mit einem zweiten Platz in die Saison und ließ im zweiten Rennen seinen ersten Sieg überhaupt folgen. Dolderer dominierte die Saison fast nach Belieben und wurde der erste Weltmeister in der Geschichte des Sports, der den Titel bereits vor dem letzten Rennen unter Dach und Fach bringen konnte. 2016 gewann auch Muroya sein erstes Rennen vor seinen heimischen Fans in Chiba.

Aber weder Dolderer noch Hall konnten in der Folgesaison an ihre Erfolge anknüpfen. Die Lücke füllten Muroya und McLeod mit einer fantastischen Saison. Muroya sicherte sich mit vier Rennsiegen den Titel, McLeod wurde Dritter mit vier Podiumsplätzen – inklusive drei zweiten Plätzen in Folge. Noch vor dem finalen Rennen hatte McLeod die Chance, Weltmeister zu werden. Am Ende nahm der Kanadier den DHL Fastest Lap Award mit nach Hause, den er erhielt, weil er in vier von acht Rennen der Schnellste im Qualifying war.

Hall war 2018 der Beste aus der ’09 Klasse. Er fügte seinem Konto zwei weitere Rennsiege hinzu, zog im Titelkampf gegen Martin Sonka aber den Kürzeren. Der Australier forderte den tschechischen Piloten bis zum letzten Rennen, musste sich am Ende aber mit der dritten Vize-Weltmeisterschaft in vier Jahren zufrieden geben.

Halls Rehabilitierung folgte in der letzten Saison. Nach drei zweiten Plätzen gab der Aussie ein letztes Mal Vollgas. Aber Muroya hatte zurück zur Bestform gefunden, gewann drei von vier Rennen. Aber ein Zwölfter Platz am Balaton machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Der Japaner verpasste die Spitzenposition im Gesamtklassement, während Hall seinen Ruf als ewige Brautjungfer endlich ablegte und nach vielen erfolglosen Anläufen endlich den WM-Titel gewann.

Nach acht Saisons und zusammen 219 Rennen, die das Quartett insgesamt bestritt, hat die Class of ’09 die Serie wahrhaftig und mehr als verdient mit einer Auszeichnung abgeschlossen.

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