Ein Tag im Leben eines Air Race Piloten

Wie Matt Hall jede Minute am Race Day verbringt

Einige Elite-Athleten werden wahrscheinlich nervös, wenn es darum geht, ihre Routinen und Rituale zu teilen. Red Bull Air Race Pilot Matt Hall ist da anderer Meinung. Gemeinsam mit dem Australier werfen wir einen Blick hinter die Kulissen – ein typischer Tag bei einem WM-Rennen – Moment für Moment.

Jedes Team hat seine eigenen Rhythmen, und Matt Hall Racing hat definitiv seinen Groove gefunden: Hall gewann das Juli-Rennen in Ungarn und geht als Gesamtzweiter in das Saisonfinale im September – mit lediglich vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Martin Sonka. Keine schlechte Ausgangslage, um seinen ersten Titel einzufliegen.

Hall, ehemaliger Wing Commander der Royal Australian Air Force, hat alles fest im Griff und hält sich klar an einen definierten Zeitplan. „Mein Tag beginnt etwa anderthalb Stunden vor dem Frühstück. Das Erste, was ich mache, ist ein wenig Dehnen."

Es folgt ein Spaziergang an der frischen Luft, bevor er sich zum Frühstück mit Techniker David Finch, Teamkoordinator Andrew Musgrove und Taktiker Peter Wezenbeek trifft. „Wir beginnen den Tag als Team, und beim Frühstück verschaffen wir uns einen kurzen Überblick darüber, was am Tag ansteht und wie unsere Zeitpläne aussehen", so Hall.

Weiter geht es zum Race Airport, wo morgens in der Regel von der Red Bull Air Race Aviation organisierte Treffen mit spezifischen Updates und Informationen auf dem Programm stehen – separate Briefings für Teamkoordinatoren, Techniker und natürlich Piloten.

„Dann machen wir uns gleich bereit für den ersten Flug des Tages. Finchy kümmert sich um das Flugzeug, ich arbeite mit Pete an der Taktik“, so Hall. Inzwischen übernimmt Musgrove eine Reihe von Aufgaben, von der Logistik bis zur Bearbeitung von Medienanfragen.

Hall ist bekannt dafür, sich an detaillierte Checklisten zu halten, um jegliche Überraschungen auszuschließen. „Eine Stunde vor dem Start des Motors – genau eine Stunde – treffen wir uns und gehen die Checkliste durch, um sicherzustellen, dass das Flugzeug genau dort ist, wo es sein muss und ich weiß genau, was der Plan ist. Ich setze mich unter Druck, ihnen exakt zu sagen, was ich tue, damit kein Zweifel daran besteht, dass ich immer bereit bin“, erklärt der Pilot, der die Technik des Visualisierens nutzt und seine Hände anstelle der Flügel des Rennflugzeugs bewegt, um seinen bevorstehenden Lauf durch die Strecke zu verinnerlichen.

Halls nächster Schritt bestärkt seinen Ruf, einer der diszipliniertesten Piloten im Sport zu sein noch mehr: Während das Team seine Aufgaben fortsetzt, geht er in einem gesonderten Teil des Hangars zu einem Feldbett, legt sich hin – und das für genau 18 Minuten. „Es ist ein wenig Selbstmeditation und eigentlich dafür da, um meine Herzfrequenz zu senken.“

Wenn die Uhr bis zum Start runter tickt, sitzt Hall fünf Minuten lang an seinem Computer, um seine Ziele noch einmal durchzugehen. Dann zieht er seinen Rennanzug an, wiegt sich (um zu bestätigen, dass sein kombiniertes Gewicht mit dem Flugzeug das erforderliche Minimum erreicht) und geht hinaus, um das Rennflugzeug zu starten.

Sobald Hall von der Flugsession zurück ist, informiert er sein Team über den Status des Flugzeugs, einschließlich des Kraftstoffstands und alle anderen Fragen. Dann diskutieren sie, was auf der Rennstrecke passiert ist. „Wir sprechen alles durch, was meines Erachtens geschehen ist, und sie geben mir ein Feedback darüber, was sie gesehen haben.“

Um beim Einbruch der Dunkelheit Zeit zu sparen, nehmen sie sich häufig das Abendessen am Race Airport mit, bevor sie zu ihrem Hotel eilen. Um 20:30 Uhr hat Hall eine Sitzung mit dem Physiotherapeuten Daniel Rose vom Red Bull Air Race, der an den "kleinen Problemzonen" arbeitet, die Hall, wie viele High-G-Piloten, in Rücken- und Nackenbereich haben.

„Um zehn Uhr bin ich wieder in meinem Zimmer, um runterzukommen“, erzählt Hall, „Dann geh ich schlafen. Am nächsten Morgen geht es dann wieder von vorne los."

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