Fliegen mit der Edge

Wie sich das erfolgreichste Rennflugzeug konstant weiterentwickelt

Die Edge 540 ist bereits seit dem Debüt 2003 Teil des Red Bull Air Race. Kirby Chambliss brachte die Edge 540 V2 als erster Pilot zum Air Race, weitere Piloten folgten kurz nach ihm.

Schon früh setzte die Edge erste Ausrufezeichen, flog Chambliss doch gleich bei seinem ersten Rennen auf Platz drei und wurde er 2004 Weltmeister. Mike Mangold stieß für das letzte Rennen der Saison 2004 zur Serie und gewann auf Anhieb. Es war der Beginn einer Legende…

Die Edge war von Beginn an ein Siegerflugzeug, aber im Motorsport muss du dich weiterentwickeln. Stillstand heißt Rückschritt! Eric Zivko von Zivko Aeronautics – den Machern der Edge 540 – ist Verfechter dieser Philosophie. Und das ist auch der Grund, warum die Edge an der Spitze der Rennflugzeuge beim Red Bull Air Race steht. “Zu Beginn gab es drei unterschiedliche Flugzeug beim Air Race: Edge 540, Extra 300S und Sukhoi 26/31 – allesamt wettkampftaugliche Kunstflugzeuge. Wir bei ZAI (Zivko Aeronautics Inc.) waren von Beginn an proaktiv, wollten immer sicherstellen, das die Edge 540 das leichteste und agilste Flugzeug ist”, erklärt Zivko.

Von 2004 bis 2010 waren alle Titelträger in einer V2 unterwegs. Der Stahlrohrrahmen und der Mix aus Verbundwerkstoffen und Gewebematerialien ist optimal geeignet für Modifikationen – und genau das lieben die Teams.

Die V2 ist nach wie vor ein Top-Flugzeug, das von zahlreichen Piloten in der Master Class genutzt wird. Seit 2018 sind auch die Piloten der Challenger Class mit der Maschine unterwegs, allerdings nur mit einfachen Modifikationen und einer vorgegebenen Leistung. Viele Teams haben bereits auf die Edge 540 V3 umgesattelt; von der Struktur her ein identisches Flugzeug, aber noch mehr auf Rennen als auf den Kunstflug ausgerichtet.

Die neue V3 Version, die auf Grundlage diverser Wünsche von Piloten entwickelt wurde, hat die gleiche Rahmenkonstruktion wie die V2, ist aber noch stromlinienförmiger. Sie wurde auch entwickelt, um den Team-Technikern die Arbeit zu erleichtern – das Rennflugzeug lässt sich noch einfacher auseinanderbauen, ist demnach perfekt geeignet für das Air Race. Die V3 hat sich bereits etabliert, seit 2016 war jeder Weltmeister in ihr unterwegs. Auf die Frage, ob bereits eine V4 in der Pipeline ist, antwortet Zivko: “Aktuell gibt es keine Pläne, das Flugzeug weiterzuentwickeln… bis ein Kunde uns darum bittet.”

Zivko erläutert weiter, warum er glaubt, dass die Edge in der Serie so dominant ist. “Ein Vorteil der Edge ist das Design der Flügel. 1989 haben wir die Tragflächen speziell für den Kunstflug entwickelt. Sie ermöglichen ein einfaches und leichtes Fliegen am Limit, was für Kunstflugpiloten immens wichtig ist. Diese Leichtigkeit ist auch der Grund, warum es ein so gutes Rennflugzeug ist. Wenn die Piloten flach und schnell fliegen, wollen sie nicht auch noch mit einem schweren Flugzeug kämpfen.”

Aktuell gibt es nur ein weiteres Flugzeug in der Master Class: die MXS-R, die von Mika Brageot im #11Racing Team Eyetime geflogen wird. Die MXS-R ist ein vollständig zusammengesetztes Monocoque-Rennflugzeug, das im Vergleich zur Edge weitaus schwieriger zu modifizieren ist. Die Flügel der MXS sind zudem sehr steif. Dadurch verändert sich „Gefühl“ des Flugzeugs in den hohen G-Manövern nicht allzu sehr.

13 Teams sind in der Master Class mit der Edge 540 unterwegs, hinzukommen die Challenger Class Piloten. Seit der Premiere des Red Bull Air Race gehen 73 Rennsiege auf das Konto der Edge – eine beachtliche Hausnummer!

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