Hinter den Kulissen: SWET

Was passiert beim Shallow Water Egress Training?

Man stelle sich vor, man sitzt unter Wasser kopfüber und angeschnallt in einem Cockpit... Genau das erleben die Red Bull Air Race Piloten beim verbindlichen Shallow Water Egress Training. SWET holt die Piloten heraus aus ihrem Element, ist aber zwingend notwendig, um auch auf die unwahrscheinlichsten Szenarien vorbereitet zu sein. Hier kommen ein paar Einblicke der Piloten...

Tracks über Wasser sind ein fester Bestandteil des Red Bull Air Race Kalender. Und jeder Pilot in der Weltmeisterschaft und der Challenger Class muss das SWET absolvieren. Dort erlernen sie, wie sie sicher aus dem Cockpit aussteigen, wenn sich das Flugzeug unter Wasser befindet und wie die Zusammenarbeit mit dem Falck Rettungsteam funktioniert, das bei jedem Stopp bereit steht.

“Es ist sehr wichtig, denn wenn du mal im Wasser landen solltest, dann weißt du, wie du das Kabinendach öffnen und den Ersatzsauerstoff nutzen musst. Und wenn du das regelmäßig trainierst, dann weißt du auch immer, was zu tun ist”, erklärt SWET-Ausbilder Harm Neuteboom. Der amtierende Weltmeister Martin Sonka fügt hinzu: “Wir üben das, um es zu verinnerlichen, denn wir müssen es automatisch machen, wenn wir in solch eine stressige Situation kommen sollten.”

Das Training beginnt mit Unterrichtseinheiten und Übungen mit dem Atemgerät. Danach wird es intensiver, weil jeder Pilot mehrere Male in einem vereinfachten Cockpit in einen Pool muss. Sobald der Pilot sitzt, wird das Cockpit umgedreht und taucht unter. "Wir simulieren, dass das Flugzeug auf das Wasser aufgetroffen ist und dort kopfüber liegt", erklärt Matt Hall.

Hall ergänzt und geht die komplette Prozedur durch, von der Verwendung der Sauerstoffflasche, die in jedem Rennflugzeug vorhanden ist, bis hin zu der beunruhigenden, aber notwendigen Tatsache, auf das ins Cockpit strömende Wasser zu warten: „Sobald du den Ersatzsauerstoff verwendest, öffnest du das Kabinendach. Das dauert allerdings bis zu 30 Sekunden, weil dazu ein [Druck-] Ausgleich erforderlich ist. Du musst also einfach sitzen bleiben, entspannen und langsam atmen. Wenn das Verdeck geöffnet ist, musst du es weiter im Auge behalten, den Gurt lösen und dann mit der Flasche wegschwimmen.“

Der Aufprall auf dem Wasser kann durch das kalte Wasser noch verstärkt werden, stellt Neuteboom heraus. Er betont auch, wie wichtig es ist, einen Orientierungspunkt zu haben, um ein versehentliches Schwimmen nach unten zu vermeiden. (In einigen Abschnitten des Trainings tragen Piloten sogar dunkle Brillen, um trübes Wasser zu simulieren.) „Bleib ruhig“ ist das Mantra. Pilot Pete McLeod beschreibt: „Es fühlt sich wie eine Ewigkeit an, wenn man kopfüber unter Wasser gefangen ist, aber wenn man es einige Male macht, weiß man, was passieren wird. Dann wird man ruhiger, benötigt weniger Luft und hat mehr Zeit, um die Situation zu lösen.“

Eine weitere SWET-Übung simuliert eine Situation, in der der Pilot auf das Rettungsteam warten muss, ehe er das Cockpit verlässt. „Das Team hier ist auch das Team, das wir beim Air Race einsetzen. Dadurch, dass wir mit ihnen [den Piloten] reden und die Bedürfnisse des anderen kennenlernen, wird unser Rettungsstandard höher“, so Neuteboom. "Es basiert alles auf Vertrauen."

Das Rettungsteam benötigt in der Regel nur etwa 30 Sekunden, um mit dem Schnellboot an eine x-beliebige Stelle auf der Rennstrecke zu kommen. "Sie sind wirklich Top-Profis, und ich weiß, dass sie großartige Arbeit leisten würden, wenn wir sie brauchen", erklärt McLeod.

Sicherheit wird beim Air Race ganz groß geschrieben, und strenge Prozeduren und Anforderungen wie das Shallow Water Egress-Training tragen dazu bei, dass dies auch so bleibt. „Auch wenn wir eine sehr ernste Sache üben, machen wir diese Erfahrungen immer gerne“, erklärt Sonka, der beim Trainieren dieser surrealen Unterwasserszene immer wieder auch Spaß hat.

„Du willst garantiert kein Flugzeug fliegen, das möglicherweise im Wasser landet… Aber es ist gut zu wissen, dass, wenn doch etwas schiefgehen sollte, die gleichen Jungs mit mir beim Rennen sind und wir zusammen alles versuchen werden, damit die Sache gut ausgeht", so Hall abschließend.

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