Matt Halls Motorschaden

Konnte das australische Team die Probleme am Rennflugzeug beheben?

Matt Hall hatte in Abu Dhabi mit erheblichen Problemen an seinem Motor zu kämpfen. „Wir haben versucht, es mit einem Pflaster zu reparieren, wir kommen aber nicht um eine Operation herum." Eine schnelle Behebung des Problems war demnach nicht möglich, aber hatte das Team denn ausreichend Zeit, um die Motorprobleme vor dem anstehenden Rennen in Kazan in den Griff zu bekommen? Obwohl das Team seinen Sitz in Australien hat, ist das Flugzeug von Matt Hall bis zum Rennen in Russland in Europa geblieben. Wir haben mit Hall über die Probleme an seinem Rennflugzeug gesprochen und nachgefragt, wie die "Operation" verlaufen ist.

"Als wir in den Rennmodus gingen und angefangen haben, den Motor etwas mehr zu beanspruchen, hat ein Zylinder nicht richtig mitgespielt, und dieser wurde deutlich heißer als die anderen. Obwohl es kein großes Risiko mit sich bringt, ist es etwas, das wir uns ansehen mussten, da es einfach nicht einwandfrei funktioniert hat", erklärte Hall.

Hall verneinte zunächst, dass sich die Probleme mit Motor auf das Team ausgewirkt haben, aber es hat sich inzwischen gezeigt, dass sie beim Saisonauftakt beinahe ein DNS kassiert hätten. „Wir waren uns nicht sicher, ob wir am Renntag starten können. Wir haben die ganze Nacht über gearbeitet, und Finchy [David Finch, Matt Hall Racings Teamtechniker] erklärte, dass alles sicher sei, obwohl wir das Problem nicht lösen konnten. Also mussten wir unmittelbar nach dem Rennen, als wir das Flugzeug für die Verschiffung auseinander gebaut haben, die Entscheidung treffen, ob wir den Motor herausnehmen und nach Amerika schicken, obwohl der Rest des Flugzeugs nach Deutschland geht, oder ob wir alles nach Deutschland schicken?"

Hall und sein Team hatten nur eine Stunde Zeit, um diese wichtige Entscheidung zu treffen, die Auswirkungen auf die gesamte Saison haben könnte. „Unsere Entscheidung basierte auf der Tatsache, dass unser Flugzeug immer noch einsatzfähig und sicher war. Wir hätten den Motor an Lycoming schicken und ihn überholen lassen können, aber wenn man den Motor zurückbekommt, muss man von Grund auf neu mit dem Tuning beginnen und ihn wieder komplett einfliegen."

Die Pause zwischen den Rennen hat das Team letztlich dazu bewogen, die Diagnose und Behebung des Problems in den eigenen Reihen zu übernehmen. "Wir dachten, es wäre besser, wenn wir uns in Deutschland Zeit für den Motor nehmen würden und alles Stück für Stück analysieren, bis wir etwas gefunden und behoben haben."

„Und wenn wir nichts gefunden hätten, dann hätten wir uns auf die Kühlsysteme und nicht auf das Flugzeug selbst konzentrieren können. Und wenn wir dann immer noch nicht zufrieden wären, könnten wir noch nach einem Air Race Ersatzmotor fragen und diesen für das nächste Rennen nutzen und unseren Motor dann noch wegschicken", erklärte Hall.

David Finch und Andrew Musgrove diskutieren über die Probleme am Motor des Rennflugzeugs

Weil sich Hall und sein Team aber in Australien aufgehalten haben, das Rennflugzeug allerdings in Deutschland war, hatten sie nicht so viel Zeit mit dem Flugzeug, wie sie es sich gewünscht hätten. Dementsprechend war es ein Wettlauf gegen die Zeit, damit die Edge 540 für Kazan bereit ist. "Das Triebwerksproblem ist noch nicht gelöst, weil wir nur eingeschränkt Zugang zum Flugzeug hatten. Aber wir haben einen Plan gemacht. Der Schlüssel für ein gekonntes Stressmanagement und für weitere Verbesserungen liegt darin, einen Plan mit Backup-Plänen zu haben. Und wenn wir eine Sache gut können, dann ist es, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Wenn also Plan A nicht funktioniert, haben wir Plan B, C und D griffbereit, und genau an diesem Punkt sind wir aktuell."

Einer Sache darf man sich aber sicher sein: Matt Hall wird auf jeden Fall mit einem Masterplan nach Kazan kommen, um zu gewinnen. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass Plan A funktionieren wird. Das Team ist großartig in der Datenanalyse und Problemlösung. Ich bin sicher, dass wir wieder Höchstgeschwindigkeiten erreichen und Rennen gewinnen werden – wie in der letzten Saison", so Hall. „Und weil in der Saison noch sieben Rennen vor uns liegen und wir in Abu Dhabi Platz fünf belegt haben, ist es immer noch ein guter Start. Mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf habe ich zum Team gesagt: Lasst uns das Flugzeug reparieren, wir haben in dieser Saison noch sieben Rennen und sind in die Saison mit einigen Punkten in der Tasche gestartet. Für weiter nach oben fehlt uns nur ein wenig Geschwindigkeit. Und wenn wir die nächsten sieben Rennen gewinnen, kann uns niemand etwas anhaben", erklärte Hall abschließend.

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