Kopfstein und Muroya haben Pläne für die Zukunft

Piloten teilen ihre Pläne für die Zukunft

Was die Piloten auf dem Zettel haben

Im Gegensatz zum Red Bull Air Race, das nach 2019 nicht mehr abheben wird, werden die Piloten weiterhin am Himmel zu sehen sein. Nach dem Saisonfinale in Chiba haben die Piloten uns gesagt, was ihre Pläne für die Zukunft sind.

Zu allererst steht für einen Großteil der Piloten zunächst eine Pause an. “Um ehrlich zu sein, ich nehme jetzt erst einmal eine Auszeit. Ich bin wirklich müde“, erklärt der Australier Matt Hall, der sich im September seinen ersten Titel unter den Nagel riss. Ähnlich sieht es bei Martin Sonka aus der Tschechischen Republik aus, der 2018 den WM-Titel gewann: “Die Saison war hart, ich werde jetzt ein wenig Zeit mit meiner Familie genießen.” Und der Kanadier Pete McLeod freute sich darauf, erst einmal in der nördlichen Wildnis zu fliegen, ehe die Vorbereitung auf 2020 startet.

Viele der Piloten, darunter auch die US-Amerikaner Michael Goulian und Kirby Chambliss, widmen sich Sponsorenprojekten und Airshows. Alle der 14 Piloten sind aktuell sehr gefragt bei Kunstflugshows. “Ich will mit Flugshows, Demos und weiteren öffentlichen Auftritten in Lateinamerika versuchen dafür zu sorgen, meine Leidenschaft für das Fliegen mit den chilenischen Fans zu teilen", erklärte der Chilene Cristian Bolton. "Ich will eine Basis schaffen, damit die neue Generation die Chance erhält, Pilot zu werden und diese fantastische Reise zu genießen, die mit einer Luftfahrtkarriere verbunden ist."

Auch Yoshihide Muroya aus Japan plant mit Airshows und will damit junge Leute inspirieren. “Sie können lernen, wie man seine Ziele erreicht. Ich habe darüber in meiner Karriere viel gelernt”, so der Weltmeister von 2017.

Der Spanier Juan Velarde ist Kapitän bei der Fluggesellschaft Iberia und demonstriert klassische Flugzeuge für die Infante de Orleans Foundation. "Ich werde weiterhin mit den Flugzeugen aus der Oldtimer-Sammlung fliegen, insbesondere mit der T-6 und der Texan. Und ich werde weiterhin an der spanischen Kunstflugmeisterschaft teilnehmen."

Wie viele begeisterte Piloten sind auch die Red Bull Air Race-Stars stets bemüht, neue Herausforderungen zu meistern. „Wir blicken in allen Bereichen der Luftfahrt in die Zukunft. Es ist ein Leben, in den meine Familie und ich sehr viel investiert haben. Ich bin immer offen für neue Ideen und neue Wege, die die Luftfahrt für jedermann zugänglich machen“, erklärte der französische Star Mika Brageot.

Auch seine französischen Landsmänner François Le Vot und Nicolas Ivanoff – beide bekannt als Kunstflugtrainer – wollen flexibel bleiben. "Ich nenne es ‚so viele Türen wie möglich öffnen‘. Ich bereite mich aktiv auf meine Zukunft vor, und wir werden sehen, was die Zukunft bringt", erklärt Le Vot, der unter anderem hofft, irgendwann einmal eine Flugsportschule ins Leben rufen zu können. Ivanoff ergänzt: „Ich werde auf jeden Fall der Luftfahrt treu bleiben. Ich wüsste aktuell nichts anderes."

Einige der Piloten werden ihr florierendes Luftfahrtgeschäft ausbauen, und Hall wird in Zusammenarbeit mit seinem Red Bull Air Race-Techniker David Finch sogar ein neues Unternehmen gründen. Matthias Dolderer, der 2016 den Titel für Deutschland gewann, hat von Grundsatzreden bis hin zu Airshows viel auf dem Zettel: "Ich werde wahrscheinlich zusätzlich zu unserer Arbeit mit unserem Flugplatz und unserer Flugschule in Tannheim, einem der wenigen familiengeführten öffentlichen Flugplätze in Deutschland, Beratungen in verschiedenen Bereichen machen."

Als wichtiges Mitglied des Blades Racing Team und des Blades Aerobatic Display Team hat auch Ben Murphy viel in der Pipeline. Die Blades werden diesen November in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf Tournee gehen, wo sie, angeführt von Murphy, Unternehmen und einzelnen Personen das Fliegen näherbringen werden. 2020 werden Murphy und das Team dann in die USA reisen, um vor einer geschäftigen Sommersaison mit ihrem neuen Kunstflugzeug, einer GameBird GB1, das Flugtraining zu absolvieren. Neben einigen anderen Red Bull Air Race Piloten hat auch Murphy Ambitionen, wieder Rennen zu bestreiten.

Petr Kopfstein aus der Tschechischen Republik, der Airshows bestreiten und aller Voraussicht nach auch kommerziell fliegen wird, fasste die Gefühle aller Piloten auf den Punkt zusammen: „Wohin meine Schritte mich auch führen, mit Sicherheit wird es in der Luftfahrt sein. Es ist zwar noch zu früh, um genau zu wissen, wohin die Reise gehen wird, aber ich werde auf jeden Fall meine Flügel behalten!“

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