Ready for racing – eine strapaziöse Aufgabe

Das Red Bull Air Race ist der ultimative Test für Pilot und Maschine. Für die Piloten dreht sich an einem Rennwochenende alles um Fokus, Präzision, Strategie und Spitzenleistung. Für die Techniker des Teams bedeutet das: optimaler Output, Feintuning und mechanische Perfektion.

Acht Rennen rund um die Welt heißt für die Teams, dass die Flugzeuge immer wieder auseinander gebaut, verpackt, verfrachtet, ausgepackt und wieder zusammengesetzt werden müssen – und das für jede Station. Aktuell sind die Flugzeuge gerade in Spielberg eingetroffen, müssen jetzt für die ersten Flüge in der kommenden Woche zusammengeschraubt werden.

Ein Flugzeug auseinander oder zusammen zu bauen bedarf größter Sorgfalt – jeder kleinste Fehler kann sich maßgeblich auf das Rennwochenende auswirken. Aber die Teams und Kuriere sind Experten, meistern diesen kritischen Prozess vor und nach jedem Rennen.

Nigel Dickinson, Techniker im Team von Hannes Arch, kennt sich aus, wenn es darum geht, ein Flugzeug für das Rennen vorzubereiten. Er beherrscht den Prozess aus dem Effeff, und da sein Team in alle Abläufe involviert ist, läuft alles auch rund, wenn er selbst einmal nicht vor Ort sein sollte. Organisation ist der Schlüssel zum Erfolg.

"Es dauert etwa sechs Stunden, ein Flugzeug auseinanderzunehmen und einzupacken und acht Stunden es wieder aufzubauen", erklärt Dickinson. "Ich habe ganz einfach Plastikboxen mit Abtrennungen, damit ich alle Schrauben separieren kann und immer weiß, welche woher kommt."

Dickinson hebt hervor, dass das Abtrennen der Flügel der härteste und kniffligste Part ist. Obwohl diese großen Teile nicht wirklich schwer sind, ist hier Hilfe von zwei oder mehr Teammitgliedern von Nöten:

"Die Flügel sind heikel, weil man den Steuerknüppel von den Leitungen abtrennen muss", sagt Dickinson. "Zudem sind Antennen sowie eine Pitot-Sonde für die Geschwindigkeit im Flügel – und all das muss abgetrennt werden." Aber das ist längst noch nicht alles. Dickinson fügt noch hinzu, dass auch die Tankleitungen und Tanks selbst abgetrennt werden müssen, und die Flügeltanks müssen trockengelegt und verschlossen werden. Das ist eine intensive Aufgabe. Jeder Schritt muss in der richtigen Reihenfolge getätigt werden. Und das mit viel Sorgfalt und Rücksicht.

Unter Dach und Fach

Wenn die Flugzeuge transportiert werden, geschieht dies bei Seefracht in einem Container. Zunächst wird die Flügelbox verstaut, dann die Heckbox. Beide Boxen werden dann ans Ende des Conatiners geschoben. Der Rahmen des Flugzeugs wird mit dem Ende voran in den Container geschoben. Dann wird das hintere Rad oben auf die Flügelbox gepackt um sicher zu stellen, dass der Rahmen nicht verrutscht. Als letztes wird die Toolbox in den Container verladen.

Die Logistik des Transports ist bis auf das letzte Detail durchdacht. Es gibt allerdings einen kritischen Faktor – das Wetter. Ein Typhoon in Chiba 2015 führte zu einer Verspätung beim Transport, sodass die Maschinen nicht rechtzeitig zusammengebaut werden konnten. Erst als das schlechte Wetter vorbeigezogen war, konnte die Infrastruktur aufgebaut werden.

Auch jetzt sind es nur noch wenige Tage bis zum zweiten Race Bull Air Race Stopp der Saison in Spielberg am 23./24. April. Und dann wird das Röhren der Lycoming Thunderbolt Motoren erneut den Himmel über dem Red Bull Ring einnehmen. Tickets sind hier erhältlich!

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