Rückblick: Abu Dhabi 2018

Das Beste am Saisonstart ist, dass keiner genau weiß, was beim Auftaktrennen so alles passieren wird. Als die Teams Ende Januar 2018 zum ersten Rennen in Abu Dhabi eintrafen, gingen in den Hangars viele Gerüchte zu diversen Modifikationen an den Flugzeugen, Veränderungen bei den Teams und Ideen der Piloten, wie sie sich weiter verbessern können, umher. Es zeichnete sich schon früh ab, dass Abu Dhabi ein Rennen werden wird, dass man so schnell nicht wieder vergessen wird.

Es gehört schon fast zur Tradition, dass die Piloten beim Saisonauftakt bereits vor dem offiziellen Freien Training im Track einige Runden drehen können. Das dient vor allem dazu, den Kopf frei für das erste Rennen zu bekommen, zu checken, ob das Flugzeug einwandfrei funktioniert, und um sich optimal auf die G-Kräfte einzustellen.
Und die Saison startete gleich mit dem ersten Drama, als Nicolas Ivanoff einen Pylon traf und seinen Flügel beschädigte. Er musste zur Basis zurückkehren, und durfte mit seinem Flugzeug nicht mehr am Rennen teilnehmen. Er erhielt ein Ersatzflugzeug, das aber nicht mit den anderen mithalten konnte, so dass er nicht in der Lage war, seinen Sieg von 2016 zu wiederholen.

Den Freien Trainingssessions setzten Matthias Dolderer, Michael Goulian und Pete McLeod ihre Krone auf.

Dolderer gewann auch das Qualifying mit 0,597 Sekunden Vorsprung vor Goulian und dem Weltmeister von 2017, Yoshihide Muroya. Platz vier belegte in seiner erst zweiten Master Class Saison Mika Brageot. Matt Hall überschritt das G-Limit, kassierte ein DNF und wurde 14. Dadurch kam es bereits in der Round of 14 zum Duell zwischen dem Australier und Dolderer.

 

Im ersten Duell am Renntag traf Kirby Chambliss auf François Le Vot, und beide lieferten fantastische Zeiten ab. Chambliss flog die zweitschnellste Zeit dieser Runde, Le Vot die viertschnellste. Der Franzose qualifizierte sich damit als „Fastest Loser" für die nächste Runde.

Für die große Überraschung sorgte Ben Murphy in seinem ersten Master Class Rennen überhaupt, in dem er Juan Velarde aus dem Wettbewerb schmiss. Beide Piloten kassierten zwei Strafsekunden aufgrund von Over-G's, aber Murphy hatte am Ende mit 0,638 Sekunden Vorsprung die Nase vorne.

Titelverteidiger Muroya hatte keine Probleme im Duell mit Pete McLeod, der das G-Limit überschritt und ein DNF kassierte. Auch Dolderers Tag endete aus dem gleichen Grund sehr früh, Gegner Matt Hall zog souverän in die Round of 8 ein.

Debütant Ben Murphy zog in der Round of 8 dann gegen Muroya den Kürzeren. Im Final 4 standen schließlich Michael Goulian (bezwang Hall), Martin Sonka, Kirby Chambliss und Yoshihide Muroya.

Goulian musste im Final 4 als erster Pilot in den Track und flog in 53,695 Sekunden eine sehr gute Zeit. Sonka folgte, flog sauber und fehlerfrei, konnte die Zeit von Goulian aber nicht knacken. In 54,650 Sekunden war er eine knappe Sekunde langsamer und wurde zunächst Dritter. Nach dem Rennen wurde Sonka aufgrund eines technischen Verstoßes nachträglich disqualifiziert und fiel auf Platz vier zurück.

Goulians Landsmann Kirby Chambliss musste als Dritter in den Track, lag aber schnell im Hintertreffen, konnte diesen Rückstand nicht mehr wettmachen, wurde Vierter, rückte aber nach der Disqualifikation von Sonka noch auf Platz drei vor.

Goulians Sieg konnte nun nur noch der Weltmeister verhindern. Aber Yoshihide Muroya musste in seinem Lauf auf dem Weg zu Gate 4 leicht korrigieren, verlor zwar nicht allzu viel Zeit, aber genug, um an die Zeit von Goulian nicht mehr heranzukommen. Der Japaner wurde Zweiter.

Es war der erste Sieg von Goulian seit neun Jahren. Damit stand der US-Amerikaner erstmals überhaupt in seiner Karriere an der Spitze des Rankings. Es war der Auftakt in eine spannende und fantastische Saison.

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