Teamwork und 0,003 Sek. beenden Flaute von Muroya

Nach einem Tief 2018 startete Yoshihide Muroya perfekt in die neue Saison

Es schien so, als hätte es 2018 nie gegeben: Beim Red Bull Air Race Saisonauftakt in Abu Dhabi am vergangenen Wochenende gewann Yoshihide Muroya sein erstes Rennen seit seinem WM-Triumpf 2017 auf dem Indianapolis Motor Speedway. Was hat ihn zurück an die Spitze gebracht? Und kann der Japaner seine Führung auch während der nächsten sieben Rennen behaupten? Zumal sein größter Kontrahent Martin Sonka nur 0,003 Sekunden hinter ihm lag – es war das knappste Finish in der Geschichte des Red Bull Air Race.

Auf genauso ein Ergebnis wie in Abu Dhabi hatte Muroya gewartet. Los ging es mit der schnellsten Zeit im Qualifying am Freitag, was ihm durch die neue Regel, dass die Top-Drei dieser Session mit WM-Punkten belohnt wird, direkt die Spitzenposition bescherte.

“Ich mag das Qualifying. Da ist weniger Glück im Spiel als am Renntag, weil es nur darum geht, schnell zu sein. Es sagt viel über die Fähigkeiten des Rennflugzeugs und die Leistung des Piloten aus. Man kann also gut rausfinden, welches Team wirklich stark ist. Wir waren mehr zufrieden wie es gelaufen ist.”

2018 wurde Muroya Fünfter, aber die Tatsache, dass er, nachdem er 2017 die Hälfte seiner Rennen gewonnen hatte, insgesamt nur zweimal auf dem Podium stand (jeweils Zweiter), war mehr als nur eine große Überraschung. Bei fünf von acht Rennen 2018 spielten Strafen eine Rolle, darunter auch zwei DNF’s hintereinander aufgrund von Überschreitungen des G-Limits – unter anderem bei seinem Heimrennen in Chiba.

Durch die neuen Regeln mit dem neuen G-Limit mussten die Piloten beim Rennen am Samstag in Abu Dhabi umdenken, das Muskelgedächtnis musste verändert werden, insbesondere in Bezug auf das Vertikale Wendemanöver. Hinzu kam eine Verschiebung des Windes am Renntag um 180 Grad. Muroya hatte den Vorteil, in der Round of 14 als letzter Pilot in den Track zu müssen. Seine Taktiker konnten ihm so wichtige Hinweise mit auf den Weg geben, und seine ersten Läufe waren auf Anhieb fehlerlos.

Durch die Motorprobleme von Nicolas Ivanoff musste Muroya im Final 4 als erster Pilot in den Track – normalerweise ein Nachteil, weil er nicht einschätzen konnte, wie viel Risiko er eingehen kann oder muss. Seine Zeit von 53,780 Sekunden war eine der schnellsten des Tages, aber die Fans wussten, dass Sonka noch an der Reihe war, und der war in der Round of 14 bereits 53,512 Sekunden geflogen. Als die Uhr für den Tschechen bei 53,783 Sekunden stehen blieb, stand fest: Der Abstand von 0,003 Sekunden entsprach gerade einmal der Länge eines Tischlineals – nur 30cm.

“Die Qualität der Flüge war vom Freien Training bis zum Finale gut, es hat einfach vom Anfang bis zum Ende alles hervorragend funktioniert. Das hat mir dabei geholfen, konstant zu fliegen, ohne zu viel Druck ausüben zu müssen. Das war letztendlich entscheidend für das Ergebnis”, erklärte Muroya.

Muroya und Sonka duellieren sich seit der Tscheche 2010 Teil der Serie wurde, ein Jahr nach dem Debüt von Muroya. Sonkas Rückstand auf Muroya beträgt aktuell sechs Punkte, Ende der vergangenen Saison waren es nur vier Punkte. Der Kampf der beiden letzten Weltmeister ist wieder entfacht und fesselt schon jetzt die Fans. Aber Muroya weiß, dass es noch zwölf andere sehr gute Piloten gibt. “Es fühlt sich normal an, wie 2017. Aber alle Piloten sind wirklich schnell, du kannst dich in keinem Duell ausruhen. Es ist nicht einfach.”

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